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Review: Dragon Quest IX: Hüter des Himmels

2. September 2010 in Spiele

Review: Dragon Quest IX: Hüter des Himmels

Nach 6 Jahren erscheint endlich ein neuer Teil der bekannten Spieleserie Dragon Quest. Dieses RPG (=Role playing game), enstanden in der Spieleschmiede Square-Enix, sollte eingefleischten RPG-Fans ein bekannter Begriff sein. Seit vielen Jahren produzierte die Firma Enix, als Third Party Entwickler, für Nintendo die Serie Dragon Quest – eines der bekanntesten und erfolgreichsten RPG’s in Japan. Selbst nach der Fusion von Squaresoft und Enix zu Square-Enix hat sich daran nichts geändert. Mit 4,2 Millionen verkauften Exemplaren ging Dragon Quest IX: Hüter des Himmels häufiger über den Ladentisch als alle bisherigen Episoden der Kultserie.

Freunde alt bekannter RPG-Kunst werden sich über dieses Schmuckstück freuen, es bietet nicht nur einen hervorragenden Einzelspieler- sondern auch einen Multiplayermodus in dem bis zu vier Spieler gemeinsam durch eine Welt reisen und Abenteuer erleben können. Neben der Hauptstory stehen euch bis zu 120 Nebenquests, Achievements und bis zu 1000 Waffen und Ausrüstungsgegenständen zur Verfügung. Seid auf ein Meisterwerk himmlischen Ausmaßes gefasst.

Eine Himmlische Geschichte

In Dragon Quest IX: Hüter des Himmels beginnt der Spieler als Hüter einer kleinen Stadt namens Engelsfälle. Dort ist es die Aufgabe des Hüters die Stadt und deren Bewohner gegen jegliche Bedrohungen zu beschützen. Zum dank sprechen die Bewohner ihrem Hüter ihren Dank aus, wodurch sie ohne ihr Wissen Benefizitekristalle erschaffen. Der Hüter wiederum muss diese Kristalle dem heiligen Baum Yggdrasil darbieten. Die Legende erzählt:

. . . wenn die Hüter genügend Benefizite gesammelt haben, wird der heilige Baum Yaggdrasil erblühen und er wird Früchte tragen. So denn wird ein Himmlisches Gefährt erscheinen, um die Himmlischen in das Reich des Allmächtigen zu bringen.

Wurden mehrere Benefizitekristalle dargebracht beginnt der heilige Baum die lang ersehnten Früchte zu tragen, doch alles kommt anderst . . .

Der Spieler erwacht in der Sadt Engelsfälle ohne Flügel – das Abenteuer beginnt. Im Laufe der Geschichte versucht der Spieler nun zurück in das Himmlische Observatorium zu kommen, um zu erfahren, was vorgefallen ist. Dort bekommt er seine neue Aufgabe: Die Bewahrung der Menschheit vor der Auslöschung und die Suche nach den Früchten des heiligen Baums Yggdrasil. Diese Aufgabe leitet den Spieler in ein langes Abenteuer voller Fantasie, Romantik und Charme.

Hier kann man wunderbar erkennen welche Möglichkeiten die Charaktererstellung bietet

Hier kann man wunderbar erkennen welche Möglichkeiten die Charaktererstellung bietet

Grafik & Sound

Das Spiel lässt sich vollkommen in 3D bzw. einer 3D-Vogelperspektive, wie wir es gewohnt sind, spielen. Square-Enix und Level-5 versuchen hier alles aus dem Nintendo DS herauszukitzeln was geht, was das Spiel hier und da mal etwas langsamer werden lässt, jedoch nicht wirklich auffällt. Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen findet man hier keine Zufallskämpfe, alle Monster sind sichtbar und springen sozusagen regelrecht aus dem Bildschirm. Die Monster laufen neben den Protagonisten wie Weglagerer auf der Karte herum, was dem Ganzen einen Eindruck einer lebendigen Umwelt gibt. Die Städte und Gebiete wurden instanziert und sind auf der Map sichtbar und erscheinen realistisch groß, wenn man in sie betritt.

Ein immer wiederkehrendes Highlight im Spiel sind auch die animierten Zwischensequenzen, welche die Story im Spiel untermalen. Das Charakterdesign dürfte vielen sehr bekannt vorkommen von Dr. Slump oder Dragonball, womit man auch nicht falsch liegt, denn es stammt von keinem Geringeren als Akira Toriyama persönlich. Er verleiht dem Spiel schon seit der ersten Auflage seinen ganz eigenen Charm, was den Spieler eine art der Vertrautheit gibt. Es ist fast so als könne man zu jedem Teil sagen “Endlich bin ich wieder daheim!”. Ein sehr großes Highlight hierbei ist der Charaktereditor, welcher euch euren eigenen Helden, ob männlich oder weiblich, bauen lässt. Hierbei kann der Spieler Geschlecht, Statur, Frisur, Haarfarbe, Gesicht, Augenfarbe, Hautfarbe und Name selbst bestimmen. Eine solche Vielfalt gab kennt man nur sonst aus Massiv Multiplayer Online Rollenspielen! Und damit ist es nicht getan jedes Schwert, Rüstung, Hose, Rock, Schuhe oder Kopfteil sieht in Dragon Quest IX: Hüter des Himmels anderst aus und verändert das Aussehen des Charakter komplett. Vor allem aber merkt man hier wieder einmal die Vorzüge des Nintendo DS, denn neben dem Spielbildschirm hat oben immer die Karte im Überblick – was einem das Verlauf so gut wie unmöglich macht.

Über den Sound kann sich der Spieler nicht beklagen, er passt stets zur Atmosphäre und entführt einen in eine andere Welt. Während in der Oberwelt das Spiel von fröhlichen Musikstücken begleitet wird, wirkt die Musikuntermalung in den Dungeons und Ruinen sehr düster.

Was man jedoch vielleicht bemängeln könnte, ist eine Fanfare sowie eine Sieges-Animation der Protagonisten am Ende eines Kampfes – aber das sind Kleinigkeiten. Akustisch kann man sagen, dass der Titel keine Meisterleistung ist aber stets passend.

Gameplay

Nach dem Erstellen der Charaktere führt euch das Spiel langsam in die Kampftaktiken ein, die sehr gut erklärt werden. Zu Beginn des Spiels wird der Spieler von seinem Mentor Aquila in seine Tätigkeit als Hüter eingewiesen und muss auch sofort eine Passantin mit ihrem alten Vater vor einer kleinen Gruppe Monster retten. So erfährt der Spieler ziemlich schnell wie das Kampfsystem funktioniert.

Spätestens in Stinsbrück, der zweiten Stadt,die man in Dragon Quest IX betritt, sollte der Spieler sich ein anderes Feature dieses Spiels zu Nutze machen – das Rekrutieren von Gefährten. Der Spieler kann bis zu drei weitere Gefährten für seine Gruppe rekrutieren. Dies funktioniert ziemlich einfach, entweder man nimmt einen der vorgefertigten Gefährten oder man erstellt sich selber welche. Zuerst sucht man sich bei der Charaktererstellung den Beruf aus (Krieger, Priester, Zauberer, Kampfkünstler, Dieb oder Barde). Die Gestaltung des Aussehens funktioniert genau so wie bei dem Hauptprotagonisten.

Dieses Bild zeigt einen Teil der Klassenauswahl
Dieses Bild zeigt einen Teil der Klassenauswahl

Minimap & Angreifendes Monster

Minimap & Angreifendes Monster

Das Kampfsystem läuft rundenbasiert ab. Erst legt man fest, was die eigenen Protagonisten machen, sei es Angreifen, eine Fähigkeit verwenden, fliehen oder Zaubern. Wurde die Aktion des letzten Gefährten festgelegt, werden die Aktionen ausgeführt, das Attribut Flinkheit deiner Charaktere entschiedet hierbei über die Reihenfolge in der Kampf abgewickelt wird. Wenn zum Beispiel ein Boss eine höhere Flinkheit als all deine Gefährten hat so greift er als erster an.

Das Kampsystem hat einige Raffinessen auf Lager, so werden Spieler, die nur attackieren direkt feststellen, dass ihre Angriffe auf Monster einen Mulitplikator bekommen für jede Attacke, die nicht von einem gegnerischen Zug, sprich der Gegner, unterbrochen wird. Das bringt natürlich schon etwas Taktik mit sich, doch das war’s noch nicht! Jeder Charakter bekommt die Chance eine Art Combo zu bekommen den sogenannten “Todesstoß”. Jede Klasse hat hierbei seine eigenen speziellen Eigenschaften bei der Verwendung dieser Combo, der Zauberer z.B.: bekommt für ein paar Runden keine Mana für all seine Zauber abgezogen. Nun kann der Spieler sich entscheiden ob er den “Todestoss” direkt einsetzt oder wartet bis andere diese Combo-Attacke auch bereit haben. Sollte dies der Fall sein so kommen wir zu einem weiteren Vorteil dieses Kampfsystems – der “Team-Todesstoss”. Sollten alle vier Helden direkt den Todesstoss in einer Runde auslösen so kommt dieser spezielle “Team-Todesstoss” zum Tragen und ihr könnt aus einer Reihe von noch mächtigeren Fähigkeiten auswählen als den normalen “Todesstoß”. Doch seid gewarnt – ihr Recken da draußen. Solltet ihr versuchen wollen den “Todesstoss” zu lange zu behalten, werdet ihr schnell feststellen, dass dieser nach fünf Kampfrunden verfällt.

Sehr praktisch ist hier, wie bereits erwähnt, dass man Monster, sollten sie einem zu schwach erscheinen, einfach umgehen kann. Aber auch hier sollte man es nicht übertreiben, da es sehr leicht passieren kann, dass des Spielers tapfere Recken ein zu geringes Level aufweisen, um im kommenden Dungeon bestehen zu können. Allerdings hat man auch nicht immer die Chance den Monstern auszuweichen, denn einige Monster werden den Spieler von weitem sehen und stürmen dann unentwegt in die Richtung der Helden (wird mit einem Ausrufezeichen über den Kopf angedeutet und mit einem Sound angekündigt). Jedoch gibt es auch die Sorte von Monstern, die zwar in die Richtung der Helden rennt, aber nicht mit einem geschickten Ausweichmanöver rechnen und dann auf der Stelle stehen bleiben, wo sie den Helden zuerst “sahen”.

Sollte der Spieler je das Bedürfnis verspüren mal nicht der Hauptgeschichte zu folgen, so hat jede Menge anderer Möglichkeiten. Er kann die Nebenquests machen die auf ihn warten, diese reichen von “Finde mir einen Slimestein, damit ich durch die Ritze in der Wand passe”, “Suche den Schatz” und “Muntere mich mit Emotes auf” reichen. Letztere geben dem Spieler als Belohnung neue Emotes (=Gesten) mit denen er andere Spieler im Multiplayer beeindrucken kann. Hat der Spieler dann genügend Emotes gesammelt, lassen sich diese sogar zu einem neuen Emote kombinieren (Bis zu vier Emotes sind kombinierbar).

Seit Anbeginn der Zeit versuchen Menschen Metall in Gold zu verwandeln oder aus Kohle einen Diamanten zu erschaffen – hätten sie sich das doch nur von den Machern von Dragon Quest abgeschaut! Deshalb darf hier natürlich auch nicht die Erwähnung des Alchemie-Kessels fehlen. Mit diesem Kessel kann der Spieler nicht nur Verbrauchsgegenstände, aus gefunden Zutaten extrahieren- er kann sogar seltene Waffen und Rüstungen damit herstellen. Im Laufe des Abenteuers wird der Spieler immer wieder neue Rezepte durch Nebenquests finden, die ihm einen enormen Vorteil verschaffen. Wer also gerne kocht kann sich hier seine eigene Waffe brühen – wozu jetzt noch zum Schmied gehen?! So einfach ist es jedoch auch wieder nicht, denn jede Rüstung und Waffe, die Ihr erschaffen wollt, hat auch andere Waffen und Rüstungen als Voraussetzung, die meist nur beim Schmied erhältlich sind.

Das ist die Taverne in der ihr neue Recken anwerben könnt und wo ihr den Alchemiekessel finden könnt.

Das ist die Taverne in der ihr neue Recken anwerben könnt und wo ihr den Alchemiekessel finden könnt.

Online und Multiplayer

Damit das Spiel nicht zu langweilig wird, hat Square-Enix DQVC Dienst eingeführt, mit dem es dem Spieler mittels Wi-Fi-Verbindung, möglich ist neue Sondermissionen herunterzuladen. Dies ist jedoch ein zeitlich begrenzter Dienst, der irgendwann abgeschaltet wird, sobald es sich nicht mehr rentiert. Deshalb sollte man sich immer über die aktuellen Sondermissionen des DQVC, auf der offiziellen Nintendo Seite von Dragon Quest IX: Hüter des Himmels, informieren. Dort sollten immer die aktuellsten Informationen bzgl. dieses Dienstes stehen.

Vom DQVC aus werfen wir gleich mal einen genaueren Blick auf den Multiplayer der sich auf jeden Fall sehen lassen kann. Wer hat auch nicht schon mal in seiner Jugend Secret of Mana gespielt und sich an dem drei-Spieler-Multiplayer-Modus erfreut? Ein Spieler mit solchen Erfahrungen wird bei Dragon Quest IX: Hüter des Himmels auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Denn auch hier hat der Titel einiges in petto – ein Vier-Spieler-Modus. Wie auch schon in Animal’s Crossing kann man hier die Welt eines anderen Spielers besuchen gehen und sich mit ihm in sein Abenteuer stürzen.  Sobald ein Spieler in deine Welt tritt, kannst du ihn zu Kämpfen herbeirufen – tapfer wird er dir zur Seite stehen, wenn er will. Dieser Spieler kann auch die Rufe des Weltenbesitzer ignorieren und auf eigene Faust Monster besiegen, jedoch kann er die Hauptgeschichte nicht weiterspielen das kann nur der Weltenbesitzer. Sorgen um seine Schätze braucht man hierbei natürlich nicht zu haben, denn auch hier haben sich die Macher etwas einfallen lassen. Es gibt zwei verschieden Schatztruhen (eine rote und eine blaue) die eine kann nur der Weltbesitzer öffnen, die andere kann jeder Spieler öffnen. Rote Schatztruhen füllen sich sogar wie von Zauberhand immer wieder selbst neu auf. Was an dieser Stelle leider fehlt, ist eine Art Online-Lobby in der man mittels Wi-Fi seine Spieler zusammensuchen kann.

Vier Freunde die Gesten machen

Vier Freunde die Gesten machen

Motivation und Umfang

Man kann hier über Geschmäcker streiten, aber eines der ältesten RPG-Prinzipien ist das Erreichen des maximalen Levels oder das immer besser werdende Equipment, das gerade auch hier eine sichtliche Veränderung des Charakters bewirkt. Schon alleine durch das DQVC wird der Spieler immer wieder dazu angestachelt neue besondere Quests anzunehmen. Aber auch die Weltkarte lädt dazu ein, Orte zu denen man noch nie geleitet wurde auf eigene Faust zu erkunden, um zu sehen, ob man dort nicht doch den einen oder anderen Schatz abgreifen kann.

Der Umfang dieses Spiels ist ziemlich hoch, wenn man bedenkt, wie viele Quests, Nebenquests, Waffen, Rüstungen, Gestiken, Geschichten, Monster und DQVC-Quests es gibt. Dragon Quest IX: Hüter des Himmels ist ein Spiel, wofür man gut 30 Stunden einplanen kann, bis man wirklich alles gesehen und erkundet hat.

Fazit

Meiner Meinung nach ist Dragon Quest IX: Hüter des Himmels ein sehr gelungener Titel, welcher sehr viel Freude und Spaß bereitet. Ob man ihn nun alleine spielt oder mit Freunden. Sehr gut hierbei finde ich das DQVC, es ist abwechslungsreich und hilft enorm dabei die Freude am Spiel nicht zu verlieren! Natürlich ist auch dieser Titel nicht perfekt. So fehlt mir persönlich eine Sieges-Animation nach den Kämpfen sowie ein entsprechender Sound, das kann man jedoch auch übersehen. Der Sound an sich ist durchaus gelungen, aber nicht bahnbrechend. Die Grafik ist sehr verspielt und farbenfroh wie man es von Dragon Quest gewohnt ist. Es ist ein grandioser Mix aus alten RPG-Elementen und innovativen Änderungen. In vielerlei Hinsicht setzt es neue Maßstäbe für Nintendo RPG’s- gerade was die Multiplayer und die Online Features angeht.  Das Charakterdesign ist immer noch dasselbe wie zu Beginn und wird hoffentlich auch immer so bleiben!
Alles in allem ist dieses Spiel auf jeden Fall den Kauf wert und derzeit eines der besten RPG’s, dass der Nintendo DS bis jetzt gesehen hat!

Danksagung

Zum Schluss möchten wir uns noch bei unserem Kooperationspartner Nintendo bedanken, der uns das Spiel zur Verfügung gestellt hat!

Verpackung v. DQ:HDH

 
Grafik:★★★★½ 
Sound:★★★★☆ 
Gameplay:★★★★★ 
Langzeitmotivation:★★★★½ 
Multiplayer:★★★★☆ 
Online:★★★★☆ 
Gesamt:★★★★½ 

Links: Offizielle Website zu Dragon Quest IX: Hüter des Himmels

Gut zu wissen:Wusstet Ihr das Dragon Quest in Japan nur an schulfreien Tagen erscheinen darf – weil die Kinder sonst die Schule schwänzen würden?”

2 Antworten zu Review: Dragon Quest IX: Hüter des Himmels

  1. Und schon hätten wir ein Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder =D Mal schauen, vielleicht schenkt er mir ja auch das Spiel *g* dann könnten wir den Multiplayer gleich zusammen ausprobieren ^_^